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09.03. - (bb) Völlig zerknirscht kamen die HSV-Herren gestern aus dem Hallenbad Steinhagen, eine bitterböse 17:18-Schlappe im Gepäck. Dabei hatte man im letzten Viertel noch mit 16:13 geführt. Doch dann kam der totale Blackout.

Vollkommen ohne Grund gab man bei einer Drei-Tore-Führung die sichere Pressdeckung auf und spielte im Angriff ohne jeglichen Grund viel zu hektisch, dabei verfehlten die Torwürfe den Steinhagener Kasten. Bis hierher sah man allerdings einen bärenstarken HSV, der sich durch die frühe Führung der Gastgeber nach nur elf Sekunden nicht beirren ließ und ruhig weiterspielte.

Diese ruhige Gangart brachte den Hohenlimburgern sogar eine 6:3-Führung (7.), Nils Ottensmeyer erzielte bisher die Hälfte seiner insgesamt acht Tore. Fast schon überraschend, wie gut der HSV Steinhagen im Griff hatte und selber weiter nach vorne spielte. Zur Halbzeitpause stand es 11:8 - alles lief optimal.

Doch im dritten Viertel fing es an zu bröckeln. Man kann eine Grundsatzdiskussion über die Wasserball-Bedingungen im kleinen Steinhagener Becken starten, denn nicht nur dass die Maße gänzlichen Wettkampfcharakter vermissen lassen, auch die Tatsache dass auf einer Spielfeldseite Menschen mit einer Körpergröße über 1,75m sich in Känguruhu-Manier springenderweise vom Beckenboden abstoßen können, zielt an jedem sinnvollen und fairen Vergleich zweier Wasserballmannschaften vorbei.

Aber hier eine Begründung in der Niederlage zu suchen ist nicht richtig. Der Grund für den Einbruch im HSV-Spiel war, dass die Jungs ihre sichere Pressdeckung aufgegeben haben und vorne mit der Brechstange auf Torejagd gingen, was überhaupt nicht notwendig war. "Das war absolut nicht erforderlich, wir führen mit drei Toren und geben das Ding aus der Hand", so ein sichtlich enttäuschter Oliver Sand nach der Partie. Man konnte als objektiver Beobachter meinen, der HSV wollte Steinhagen als Revanche für die Niederlagen in den vergangenen Vergleichen "abschießen" - aber der Schuss ging ordentlich nach hinten los.

Auch Centerverteidiger Oliver Tobi war nach der Schlusssirene geknickt und leicht angesäuert: "Das sich der Center hier vom Boden abstoßen kann und dann zum Torwurf kommt, das ist nicht normal. In der ersten Hälfte auf der 'normalen' Beckenseite hatten wir die ja im Griff."

"Wir haben vor dem Spiel ausgemacht, wie wir spielen und wie wir uns - egal bei welchem Spielstand - verhalten wollen", berichtet Björn Beck, der in Steinhagen weit unter seinen Möglichkeiten blieb, "und genau daran haben wir uns in der Schlussphase nicht mehr gehalten."

Bestnoten verdienten sich neben Oliver Tobi in der Verteidigung Nils Ottensmeyer (8 Tore) und Stephan Bönisch (4 Tore). Der Zusammenhalt der Mannschaft ist stark, auch nach dieser extrem ärgerlichen Niederlage gegen Steinhagen, die damit weiter im Rennen um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde bleiben.

Hohenlimburger SV: Christopher Effele; Björn Beck, Oliver Sand, Patrick Sturm, Jan Ottensmeyer (3), Yvo Rüsseler, Nils Ottensmeyer (8), Oliver Tobi (1), Lars Platenius, Stephan Bönisch (4), Marc Oberbossel, Lars Papajewski (1). Betreuer: Lothar Papajewski; Physio: Sarah Walter.

Am kommenden Sonntag geht es erneut gegen den SV Derne, diesmal offiziell als Auswärtsspiel. Gespielt wird allerdings trotzdem in der Traglufthalle Henkhausen, da Derne sein Heimrecht abgetreten hat. Anschwimmen ist um elf Uhr. Die Jungs hoffen auf zahlreiche Unterstützung, denn erwartet wird ein galliger SV Derne, der seine Tabellenführung zurückerobern möchte und sich für die 10:5-Niederlage vergangenen Sonntag revanchieren will.