Sie sind hier: News

Auf Totalausfall folgte Kämpferherz

01.03. - (bb) Nach einer fast schon blamablen Leistung beim Gastspiel in Bocholt am vergangenen Freitag abend rehabilitierten sich die HSV-Wasserballer bei der Auswärtspartie in Kamen gegen den SV Lünen und zeigten dabei ein wahres Kämpferherz.

WSV Bocholt - Hohenlimburger SV = 13:8 (4:3, 4:3, 3:0, 2:2)

Völlig ohne Biss spielten die HSV-Jungs gegen einen WSV Bocholt, der zum Siegen gezwungen war um noch theoretische Chancen auf die Aufstiegsrunde zu haben. Die Hohenlimburger hatten Probleme, sich auf die harte Gangart der Schiedsrichter ein- bzw. umzustellen und verpatzten dabei nach hastigen Torabschlüssen in den ersten Minuten alle Angriffe. Dies führte unweigerlich zur klaren 3:0-Führung für die Gastgeber.

Zur Halbzeit führte Bocholt mit 8:6, doch auch jetzt ging kein Ruck durch die Mannschaft um das Spiel noch zu drehen. "Wir haben mit Abstand unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt, vollkommen ohne Biss und Aggressivität gespielt", so ein sichtlich genervter Yvo Rüsseler nach der Partie.

In einem ereingnisarmen dritten Viertel fielen lediglich drei Tore für Bocholt, der HSV glänzte mit körperlicher Anwesenheit und einer Hinausstellung, die allerdings nicht zum Gegentor führte. Das letzte Spielviertel konnte ausgeglichen gestaltet werden, allerdings hatte Bocholt einen Gang zurückgeschaltet.

Bocholt's Trainer-Urgestein Manfred Scheibe meinte nach dem Spiel: "Uns ist es gelungen, die entscheidenden Akteure vom HSV in den Griff zu kriegen und bei uns stimmte einfach die Teamchemie."



SV Lünen - Hohenlimburger SV = 7:10 (2:3, 1:3, 1:3, 3:1)

Mit Respekt voreinander gingen beide Mannschaften in die Partie, der HSV hatte sich nach der bitteren Pille in Bocholt darauf besonnen, einfachen Wasserball zu spielen. "Wir haben gegen Bocholt die einfachsten und grundlegendsten Sachen nicht auf die Kette bekommen", berichtet Spielertrainer Marc Oberbossel und führt weiter fort: "Unser Interimskeeper Christopher Effele konnte in Bocholt teilweise den Ball nicht nach vorne passen, weil sich niemand freigeschwommen hat, das klappte hier in Lünen wieder vorbildlich".

Kapitän Lars Papajewski erzielte schnell das 1:0, welches Lünen in eigener Überzahl wiederum ausglich. Björn Beck wiederum in einer schnell ausgeführten Powerplay-Situation zum 2:1. Durch einen Sonntagsschuss von Lünen wieder der Ausgleich. Und bisher ging es schwimmerisch schon hoch zur Sache.

Oliver "Ditze" Tobi mit der erneuten Führung - Viertelpause, Durchschnaufen, Weitermachen. Center Oliver Sand zur ersten Zwei-Tore Führung (4:2), Lünen kam prompt wieder heran. Erneut Björn Beck stellte nach einem schönen Konter den alten Abstand wieder her (5:3).

Überzahl-Joker Yvo Rüsseler erzielte dann kurz vor der Pause und dem Seitenwechsel das 6:3. Und jetzt zog das "Schwimmspiel" an den ersten HSV-Armen - das Spiel vom Vortag machte sich bemerkbar. Doch hier zeigte der HSV großes Kämpferherz, jeder sprang für den anderen ein und überwand den inneren Schweinehund. "Das war toll wie wir für uns alle gefightet haben, auch wenn es spielerisch nicht das Herausragendste war", sagte Stephan Bönisch, der die Aussenbahnen unermüdlich rauf- und runterschwamm.

Lünen gab sich nicht auf und kam auf 4:6 heran, doch nun setzte der HSV den Dolchstoß an. Zweimal Lars Papajewski und Björn Beck brachten die Hohenlimburger mit ihrer heutigen starken Leistung im Angriff endgültig auf die Siegesstraße: 9:4 - doch nun kassierte Torwart Christopher Effele (der erneut den verletzten Dominik Krake äußerst eindrucksvoll vertrat) eine Hinausstellung. Unterzahl ohne Torwart! Doch die Abwehrreihen um den alten Hasen Oliver Tobi machten Druck und Lünen verwarf, erst nach einer Auszeit von Gästetrainer Jens Blomenkemper erzielten sie den 5:9-Anschlusstreffer.

Dann im letzten Viertel eine mentale Tiefphase bei den Gästen von der Lenne, nach eigener Auszeit vertendelte man in Überzahl das runde Spielgefährt und kassierte postwendend das 6:9. Jan Ottensmeyer konnte allerdings im Gegenzug wieder zum 6:10 einnetzen. Nach der dritten Hinausstellung gegen Björn Beck konnte Lünen nur noch auf das Endergebnis verkürzen und der HSV-Tross jubelte - wohlwissend um die geglückte Wiedergutmachung nach der Schmach von Bocholt.

SVL-Coach Jens Blomenkemper wird in der lokalen Zeitung wie folgt zitiert: "Hohenlimburg hat einen guten Mix aus jungen und alten Spielern, wobei die jungen zwei bis drei Jahre älter sind als meine Nachwuchsspieler. Dieser Vorteil an Erfahrung hat sich denn auch bemerkbar gemacht."



Spitzenspiel am kommenden Sonntag

Am kommenden Sonntag, den 07.03.2010 findet ab elf Uhr in der Traglufthalle Henkhausen das Spitzenspiel der Verbandsliga-Gruppe 2 statt. Zu Gast ist der nominelle Tabellenführer SV Derne, der als frischer Aufsteiger eine imposante Saison hinlegt.



Hohenlimburger Schwimmverein (Tore beider Spiele): Christopher Effele (TW); Björn Beck (4), Oliver Sand (1), Patrick Sturm, Jan Ottensmeyer (2), Yvo Rüsseler (2), Jan Kreft (2), Oliver Tobi (1), Lars Platenius, Stephan Bönisch (1), Marc Oberbossel, Lars Papajewski (3).